Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Martin Buber

Wofür steht die Hospizbewegung?

Die Hospizbewegung lehnt aktive Sterbehilfe ab, setzt sich für eine würdevolle Behandlung und ausreichend palliative Versorgung der Schwerkranken ein und regt öffentliche Diskussionen ethischer Fragen an. Sterben, Tod und Trauer werden von unserer Gesellschaft noch immer verdrängt und sollen wieder als natürlicher Teil des Lebens anerkannt werden.

Hospiz

Das Wort leitet sich vom lateinischen Wort: ‘hospitium’ = Herberge, Beistand, Schutz, Fürsorge, -ab. Im frühen Mittelalter boten Hospize Pilgern auf ihrem Weg über die Alpenpässe Schutz. Dort wurden Kranke gepflegt und Sterbende begleitet.

Zwei Frauen ist es zu verdanken, dass die Hospizbewegung die ganze Welt eroberte. Zum einen Dame Cicelly Saunders in England, die als Ärztin die Betreuung von Sterbenden in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellte und die Prinzipien der modernen Schmerztherapie entscheidend mitentwickelte. Sie eröffnete 1967 das St. Christopher’s-Hospice in London. Dr. Elisabeth Kübler-Ross erregte 1969 mit ihrem Buch: “Interviews mit Sterbenden” Aufsehen. Die Schweizer Ärztin und Psychiaterin widmete sich vor allem sterbenden Kindern und brachte die Hospizidee nach Amerika.
Deutschland tat sich schwer, nachdem 1971 der Dokumentarfilm “Noch 16 Tage – eine Sterbeklinik in London”, gedreht von Pater Iblacker und Sigfried Braun, im ZDF ausgestrahlt wurde und anstelle des Wortes Hospiz der Begriff „Sterbeklinik“ verwendet wurde. Deutschland war empört und befürchtete eine Ghettoisierung der Sterbenden. Erst 10 Jahre später konnte dieses Thema wieder sachlich diskutiert werden.
Unsere Gruppe bietet ambulante Hospizarbeit an, das heißt, wir besuchen die Menschen, die unsere Unterstützung wünschen, zuhause, im Krankenhaus oder Pflegeheim.
Bundesweit gibt es geschätzt 60.000 Ehrenamtliche, die sich in ca.1700 ambulanten Hospizgruppen der Begleitung von Sterbenden und Trauernden annehmen. (Stand 2012)
In Schopfheim und Kandern besteht ebenfalls eine ambulante Hospizgruppe, nähere Information erhalten Sie direkt über die Seite der ambulanten Hospizgruppe Schopfheim .

Stationäre Hospize, in denen Sterbende liebevoll versorgt ihren Lebensweg beenden dürfen, entstanden im Laufe der Jahre in vielen Städten Deutschlands. Im Landkreis Lörrach wurde im Oktober 2010 das Hospiz am Buck eröffnet.

Was bedeutet Palliativmedizin

Wenn Heilung (kurativ) nicht mehr das Ziel der Behandlung ist, dann kann mithilfe der Palliativmedizin den Betroffenen Linderung der Beschwerden und eine ganzheitliche Betreuung ermöglicht werden. Das Wort ist abgeleitet von lateinisch Pallium = der Mantel. Palliativstationen gibt es an größeren Kliniken, z.B. in Freiburg. Dort können Schwerkranke, meist Krebspatienten, eine gute Schmerztherapie und Symptomkontrolle erhalten mit dem Ziel, wieder nach Hause entlassen zu werden, um dort die letzten Lebenstage zu verbringen.
Ein neues Gesetz sichert jedem Sterbenden unabhängig von seiner Erkrankung ein Recht auf palliativmedizinische Versorgung zu. Dies beinhaltet u.a., dass “Spezialisierte ambulante Palliative Versorgungsteams (SAPV)” den Schwerkranken zu Hause oder im Pflegeheim medizinisch-pflegerisch mitbetreuen. Leider stehen diese Teams noch nicht flächendeckend zur Verfügung; so auch nicht im Landkreis Lörrach, (Stand 2015)
Nähere Information erhalten Sie auch über Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin Deutschland oder die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin.