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- Tonio PasslickDer Nashornvogel und der Weg ins JenseitsWie stellen sich Gesellschaften den Übergang zwischen Diesseits und Jenseits vor, wie gestalten sie ihn und welchen Weg legt die Seele oder verstorbene Person dabei zurück? Darstellungen aus Kunst und Populärkultur sowie Aussagen aus der aktuellen neurologischen Forschung runden das Panoptikum in der Ausstellung "Der Weg ins Jenseits" im Museum der Kulturen Basel ab.

Die verschiedensten Vorstellungen des Wegs vom Diesseits ins Jenseits materialisieren sich in der Ausstellung in rund 250 Gütern aus der Museumssammlung. Das reicht von Altären, Amuletten, Buddhas und Bahren über Figuren, Fächer, Gefässe, Glocken, Instrumente und Masken bis zu Schmuck, Thangkas, Totenbrettern, Tüchern und Zeichnungen.
Einige Objekte will ich in den nächsten Wochen beschreiben. Zum Beispiel den Nashornvogel aus Borneo. Er wird mit der himmlischen Sphäre assoziiert. Für das indigene Volk der Iban ist er Gottesbote, Bestimmer des Schicksals, Seelenbegleiter und Ahnherr. In den Erzählungen und Schöpfungsmythen weiterer Gruppen steht der Nashornvogel für den Gott der Oberwelt, die höchste Gottheit.
Nashornvogel von Bruno ManserNashornvogel als Skizze aus dem Tagebuch von Bruno Manser. Oberes Bild: Nashornvogel als Dachverzierung in Borneo
Bild: PaßlickMotive und Abbildungen des Nashornvogels finden sich in vielen Alltags- und rituellen Gegenständen wieder, wie bei diesem geschnitzten Dachaufsatz (Bild). Der Basler Bruno Manser hat fünf Jahre bei den Penan auf Borneo gelebt und sich für den Schutz der Wälder und der indigenen Bevölkerung eingesetzt. Seine Tagebücher mit Skizzen und detaillierten Beobachtungen beschreiben auch den realen Nashornvogel.



